Private Altersvorsorge Möglichkeiten – welche gibt es und worauf achten

  • gemäß dem Drei Säulen Modell zur Altersvorsorge besteht die beste Form der Rentenvorsorge aus drei Möglichkeiten: gesetzliche Rentenversicherung (RV), betriebliche Altersvorsorge (bAV) und die private Altersvorsorge
  • Innerhalb der privaten Vorsorge gibt es mehrere Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Wir zeigen Ihnen die jeweils besten und für Sie sinnvollsten Private Altersvorsorge Möglichkeiten mit den Vorteilen und Nachteilen
  • Altersvorsorge Möglichkeiten für Selbstständige: Freiberufler und Selbstständige sind von der Sozialversicherungspflicht und somit auch von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit. Umso wichtiger ist hier die private Altersvorsorge als Notwendigkeit
  • Möglichkeiten zur Altersvorsorge für Beamte und Beamtenanwärter: Staatsbedienstete sind zwar nach vielen Dienstjahren besser abgesichert als Arbeitnehmer oder Selbstständige. Eine zusätzliche private Rente ist auch für sie sinnvoll und wichtig. Wir zeigen die Möglichkeiten zur Zusatzrentenversicherung für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.
  • Alle Varianten der Altersvorsorge haben ihre Vor- und Nachteile bei Ertrag, Steuern und Förderung durch Zuschuss. Wir zeigen Ihnen die individuell besten Formen als alternative Möglichkeiten und zeigen, worauf Sie achten müssen

11 Besten Altersvorsorge Möglichkeiten mit Vor- Nachteilen

Altersvorsorge Möglichkeiten
Rendite
Risiko
sinnvoll für
1. Private Rentenversicherung
solide
risikoarm
junge Leute bis 30 Jahre
2. Fondsgebundene Rentenversicherung
überdurchschnittlich hohe Rendite
erhöhtes Risiko
nur junge Leute mit langem Anlagehorizont
3. Betriebliche Altersvorsorge
Steuerersparnis durch Entgeltumwandlung
risikoarm
für alle Angestellte
4. Kapitalbildende Lebensversicherung
mäßig da Garantiezins niedrig
risikoarm
Rente und Todesfallabsicherung kombiniert
5. Fondsgebundene Lebensversicherung
höhere Rendite möglich
erhöhtes Risiko
für junge Leute mit langer Laufzeit
6. Riester Rente
staatliche Förderung durch Zuschüsse
risikoarm
besonders für Eltern/Kinder
7. Rürup Rente
Basisrente
geringen Risiko
Beamte, Selbstständige, Angestellte mit hohem Einkommen
8. Bausparvertrag
lohnt bei geplantem Hauskauf
geringes Risiko
keine Einschränkung
9. Immobilie Eigenheim
planbare Wertsteigerung
risikoarm bei Selbstnutzung
ohne Einschränkung
10. Gold als Altersvorsorge
geringer aber stetiger Wertzuwachs
erhöhtes Risiko
nur als Beimischung geeignet
11. ETF oder Fondssparplan
hohe Renditen möglich
erhöhtes Risiko
nur für junge Leute mit langem Anlagehorizint

Private Altersvorsorge und gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland

Die gesetzliche Rente in Deutschland ist für die meisten Beschäftigten nicht ausreichend, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Um auch im Ruhestand über genügend Geld zu verfügen, ist es besonders wichtig, sich möglichst früh für die passende Vorsorge zu entscheiden.

Dazu ist es notwendig, den finanziellen Bedarf im Alter genau zu kennen und die Kosten für verschiedene Private Altersvorsorge Möglichkeiten exakt zu berechnen.

Wieviel Rente bekomme ich und wie groß ist die Rentenlücke?

In den nächsten Jahren wird das Niveau der Renten nicht steigen, sondern immer weiter sinken. Zudem ist bereits die Erhöhung des Renteneintrittsalters zur Regelaltersrente von 65 auf 67 Jahren erfolgt. Eine weitere Anpassung auf das 70. Lebensjahr scheint nur eine Frage der Zeit.

Wer nicht bis zum Ende arbeitet (entweder wegen Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit) muss mit erheblichen Rentenkürzungen rechnen. Die Rentenlücke wird dadurch immer größer. Zusätzlich werden das ausbezahlte Geld oder angesparte Beträge auf einem Sparkonto durch die Inflation immer weniger wert.

Umso wichtiger ist der vergleich der Altersvorsorge Möglichkeiten und ein möglichst frühes Sparen für die private Zusatzrente.

Private Altersvorsorge ab wann sinnvoll?

Je früher eine Altersvorsorge abgeschlossen wird, umso höher sind die Erträge bei geringeren einbezahlten Beiträgen. Aufgrund der langen Laufzeit können auch risikoreichere Anlageformen wie eine fondsgebundene Rentenversicherung gewählt werden, die höhere Erträge versprechen. Wichtig ist das frühe und regelmäßige Ansparen ohne Unterbrechungen.

  • Private Altersvorsorge ab 30
  • Private Altersvorsorge ab 40
  • Private Altersvorsorge ab 50

Wieviel vom Einkommen für die Private Altersvorsorge sparen?

Die Empfehlung der Experten lautet: 10% vom Bruttoeinkommen als Beitrag für die Private Altersvorsorge pro Monat sparen

Wer mehr in die private Rente investieren kann bleibt flexibel und ist im Ruhestand besser abgesichert. Je früher Sie mit dem Sparen für die private Zusatzrente beginnen, desto niedriger können die Beiträge pro Monat sein. Hier profitieren junge Leute und Kinder vom Zinses-Zins-Effekt.

Welche Altersvorsorge Variante ist besser und worauf achten?

Vorsorgemodelle sollten immer auf folgende Punkte genau überprüft werden:

  • Sind die einbezahlten Beiträge sicher angelegt, oder können auch hohe Verluste entstehen?
  • Wie hoch ist die Verzinsung?
  • Ist es möglich, im Bedarfsfall das einbezahlte Geld auch früher zu entnehmen?
  • Besteht eine staatliche Förderung, durch die die einbezahlten Beiträge erhöht werden?
  • Wie viel Geld bleibt am Ende des Monats über und kann ohne Probleme in eine Altersvorsorge investiert werden?
  • Wie viel Geld wird für den Lebensstandard in der Rente benötigt?

Diese drei Vorsorgeformen sind für die Altersvorsorge besonders wichtig. Sie werden auch als Drei Säulen der Altersvorsorge bezeichnet:

  1. gesetzliche Rentenversicherung
  2. betriebliche Altersvorsorge (arbeitgeberfinanzierte Rente mit Entgeltumwandlung)
  3. Private Altersvorsorge wie Riester Rente, Rürup Rente, private Rentenversicherung, Kapitallebensversicherung, Immobilie Eigenheim

Betriebsrente bAV oder private Altersvorsorge Möglichkeiten besser?

Bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) bezahlt der Arbeitgeber Beträge für die Betriebsrenten der Arbeitnehmer ein. Diese Form wird auch als klassische arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge bezeichnet.

Der Arbeitgeber schließt die Verträge mit der Versicherung ab und entscheidet über die Gestaltung der Altersvorsorge. Der Arbeitnehmer erhält später eine zusätzliche Rente, ohne selbst Beiträge einbezahlt zu haben. Versteuert werden muss nur der Betrag der Rente, der den Freibetrag übersteigt.

Eine betriebliche Altersvorsorge lohnt sich für Arbeitnehmer, die die Beiträge selber bezahlen müssen, nur dann, wenn diese durch den Arbeitgeber aufgestockt werden. Außerdem werden durch die von den Arbeitgebern einbezahlten Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge die Zahlungen für die gesetzliche Altersvorsorge verringert. Die ausbezahlte gesetzliche Rente ist niedriger. Die Differenz kann nur durch eine lange Lebensdauer ausgeglichen werden.

Auch eine Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit oder die Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall des Ernährers sollte in die Altersvorsorge Planung einbezogen werden. Risikolebensversicherung Test

Staatlich geförderte Riester Rente als Möglichkeit der privaten Altersvorsorge

Durch die Riester-Rente kann mit staatlicher Förderung das Einkommen im Alter abgesichert werden. Neben den Arbeitnehmern ist es auch für Beamte, einige Selbstständige, erwerbslose Ehepartner und Personen in der Ausbildung (Azubi Studenten) möglich, einen Vertrag für eine Riester-Rente abzuschließen. Das angesparte Kapital und alle vom Staat geleisteten Zulagen sind garantiert und können durch die Veranlagung nicht verloren gehen.

Die Riester-Rente wird mit dem Erreichen des sechzigsten Lebensjahres monatlich ausgezahlt. Die Beiträge müssen versteuert werden. Besteht mit dem Pensionsantritt ein kurzfristiger höherer Finanzbedarf, können 30 Prozent des angesparten Geldes sofort ausbezahlt werden. Durch diese Auszahlung muss allerdings in diesem Jahr ein höherer Steuersatz bezahlt werden.

Die Förderung der Riester-Rente durch den Staat wirkt sich doppelt aus. Sind in der Familie Kinder vorhanden, erhöht sich die staatliche Grundzulage abhängig von der Zahl der Kinder. Aber auch Personen ohne Kinder profitieren von der Riester-Rente.

Die Beiträge werden von der Einkommenssteuer abgesetzt. Ist der Vorteil aus der Steuer höher als die Zulage, wird dem Versicherungsnehmer die Differenz wieder ausbezahlt.

Je höher die Zulagen sind, umso lohnender ist der Abschluss eines Riester-Vertrages. Der Sparer erhält Geld vom Staat zurück und muss nur einen Teil der Beiträge selber finanzieren. Sind in der Familie Kinder vorhanden, wird bis zu deren 25igsten Lebensjahr eine Kinderzulage durch den Staat bezahlt.

Bei der Riester-Rente können sechs verschiedene Vertragsformen abgeschlossen werden:

  • Die klassische Riester-Rentenversicherung garantiert durch monatlich einbezahlte Beiträge eine fixe zusätzliche Rente.
  • Der Riester-Banksparplan ist etwas flexibler. Es werden keine Abschlusskosten verlangt. Jeder einbezahlte Euro erhöht das Kapital. Ein Vertragswechsel ist leicht möglich.
  • Mit einem Riester-Fondssparplan kann eine Rendite aus der Förderung und der Anlage des Geldes erzielt werden. Die Beiträge werden in Aktienfonds angelegt. Das angesparte Kapital darf durch die Anlage nicht verloren gehen.
  • Bei der fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung werden die Beiträge in sicheren Anlageformen angelegt. Es werden geringere Gewinne erzielt. Die Ansparform ist teuer.
  • Durch einen Riester-Bausparvertrag wird Geld für den Kauf oder den Bau einer Immobilie angespart. Die Verzinsung des angesparten Geldes fällt zu Beginn des Vertrages geringer aus, dafür kann später der Vertrag in ein günstiges Darlehen umgewandelt werden.
  • Bei Wohn-Riester wird das Geld nicht angespart. Die Förderungen werden für die Tilgung eines Bau-Darlehens verwendet. Erträge müssen später nachversteuert werden. Es besteht die Möglichkeit, Wohn-Riester abzuschließen, ohne vorher einen Riester-Bausparvertrag abzuschließen.
  • Ist eine Riester Rente sinnvoll oder nicht?

Riester Rente kündigen – das müssen Sie beachten

Eine vorzeitige Kündigung kann nicht empfohlen werden, da aller Erträge und Zuschüsse zurückgezahlt und nachversteuert werden müssen. Besteht aufgrund eines kurzfristigen finanziellen Engpasses keine Möglichkeit, die fälligen Beiträge zu bezahlen, kann der Vertrag auch für einige Zeit stillgelegt bzw. beitragsfrei gestellt werden.

Private Vorsorge Möglichkeiten ohne Förderung vom Staat

Private Rentenversicherungen waren früher für Zusatzzahlungen zu der gesetzlichen Rente sehr beliebt. Aufgrund der niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt ist diese Sparform der klassischen Rentenversicherung heute nicht mehr attraktiv, da kaum Erträge erzielt werden.

Die ausbezahlten Renten sind dementsprechend niedrig. So bringt zum Beispiel eine klassische Rentenversicherung nur mehr ein Garantiezins von 0,9 Prozent. Ab 2022 soll der Rechnungszins sogar auf 0,25% sinken. Die Inflation liegt wesentlich höher. Das einbezahlte Kapital wird dadurch jedes Jahr entwertet.

  • Überschüsse, die dem Vertrag gut geschrieben werden, sind nicht garantiert. Sie hängen immer vom Anlagegeschick der Versicherung ab.
  • Die klassische Kapital-Lebensversicherung wird in Form einer Rente oder einer Einmalzahlung ausbezahlt. Auch hier sind die Zinsen und damit die Erträge sehr niedrig.
  • Besteht bereits eine dieser Anlageformen, sollte sich nicht gekündigt, sondern nach einer unabhängigen Beratung eventuell stillgelegt werden.
  • Neue Rentenversicherungen investieren vermehrt in Aktien. Dadurch steigt für den Versicherungsnehmer das Risiko eines Verlustes. Es gibt keine Garantien für das Kapital.
  • Bei einer Netto-Rentenversicherung wird der Berater nicht über eine Provision, sondern direkt von dem Versicherungsnehmer bezahlt. Die laufenden Kosten fallen dadurch geringer aus.

Aktienfonds und ETF-Sparplan als Möglichkeit zur Altersvorsorge

Der ETF-Sparplan ist ein Fondssparplan, der in Aktien investiert. Einige Banken bieten ein kostenloses Depot für Wertpapiere an. Jährlich müssen 0,3 Prozent an Verwaltungskosten bezahlt werden.

Die bessere Rendite steht einem höheren Risiko gegenüber. Eine lange Laufzeit ist deshalb wichtig. Deshalb ist diese Möglichkeit zur Altersvorsorge besonders für Kinder und junge Leute wie Studenten oder Berufsanfänger geeignet.